Mordor

Gestern war der zweite Aufstieg auf den Ätna geplant. Es sollte zur oberen Bergstation gehen. Start war wieder am Rifugio Sapienza auf der Südseite des Vulkans. Der Aufstieg führte am Anfang über eine lange Straße und später über Schotter und Vulkanasche, immer stärker ansteigend zur Bergstation, die auf dem folgenden Bild ganz klein, oben am Gipfel zu sehen ist.


Da hatten wir schon ein drittel des Weges hinter uns.

Je weiter wir voran kamen, umso mehr wurde aus der Straße ein Trampelpfad aus Geröll und Vulkanasche. Der Weg wurde immer steiler und brachte uns an unsere Grenzen. Die stetig dünner werdende Luft und gut 10kg Fotoausrüstung auf dem Rücken und vor dem Bauch taten ihr Übriges.

Neidisch betrachtenden wir die Mountainbiker, die auf Ihren Rädern den Berg runter fuhren.


Nach zweieinhalb Stunden hatten wir unser Ziel erreicht. Der Anblick der oberen Bergstation war erst einmal enttäuschend. Aber wir fanden einen netten und windgeschützten Platz zum Essen.

Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg in Richtung Gipfelkrater. Ein heftiger, eisiger Wind wehte uns um die Ohren und die Landschaft wurde immer lebloser und farbloser. Nach einer halben Stunde Wanderung waren wir die einzigen lebenden Wesen in dieser toten Landschaft, Pflanzen eingeschlossen.


Es gab nur noch schwarze und graue Vulkanasche und keinerlei Frarben mehr. Dazu wehte ein eisiger Wind, der uns die Vulkanasche in das Gesicht peitschte. Immer wieder hüllten uns Wolken ein.


Den Aufstieg zu einem kleineren Vulkankegel haben wir abgebrochen, weil ein dermaßen starker Sturm aufkam, dass wir uns kaum noch auf den Beinen halten konnten.

Diese ganze Landschaft erinnerte uns die ganze Zeit über an Mordor aus dem Film „Herr der Ringe“ oder an den „Marsianer“, nur in schwarz. 

Trotz all dieser Unwirtlichkeit übte die Szenerie eine unbeschreibliche Faszination auf uns aus, die kaum in Worte zu fassen ist.

Für den Abstieg haben wir dann die Seilbahn genommen, die uns pro Person für eine einfache Fahrt 20,-€ gekostet hat.

Auf dem Weg zum Zeltplatz entdeckten wir dann noch ein Haus, welches beim großen Ausbruch des Ätna im März 1983 in der Lava versunken ist.


Für morgen ist dann die große Tour zu den Gipfelkratern geplant, soweit das Wetter mitspielt, was bei über 3200m Höhe nie so richtig vorherzusagen ist.

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